Gutshaus Bobbin 2018-05-16T13:23:08+00:00

Gutshaus Bobbin

Gutshaus Bobbin

Bobbin 45
17179 Behren-Lübchin OT Bobbin
Telefon: 039971. 313 31

Programm

(Änderungen sind vorbehalten.)
15 Uhr Verzauberung durch Circus Aragon im Gutspark
15 – 17 Uhr Kaffee und Kuchen im Gutspark
16 – 17 Uhr Flohmarkt zum Erhalt des Gutshauses mit unter anderem über 30.000 sortierten Büchern
16 | 17 | 18 Uhr Führung durch das Gutshaus Bobbin
19 Uhr bis in die Nacht rustikales Parkerleben mit Lagerfeuer, Gulasch aus der holzbefeuerten Kanone und frisch gezapftem Bier, Livemusik
In den Jahren 1822 bis 1825 ließ Anton von Blücher auf seinem Gut Bobbin ein Herrenhaus errichten, welches noch heute als ein Zeitzeuge reinster klassizistischer Baukultur seine Besucher begeistert. Viele Generationen lang war das Gutshaus Bobbin das Zentrum­ eines blühenden Gutes bis es schließlich gezeichnet durch die Nachkriegszeit im Jahre 2003 als Ruine zu seinen derzeitigen Be­sitzern kam, die es seitdem mit viel Liebe zum Detail historisch sanieren. Bauzeitliche Fenster, Dielenfußböden, Lehmputz, Kachelöfen, Holzherd und antike Möbel versetzen den Besucher in der Zeit zurück. Viele der 18 fertiggestellten Räume, Decken- und Wandmalereien können im Rahmen von Führungen durch die privaten
Besitzer besichtigt ­werden. Weitere Räume und laufende Projekte zeigen, welche Arbeit es noch zu bewältigen gibt. Eine im Haus eingerichtete Dauerausstellung zeigt die Geschichte des Gutes Bobbin. An das Herrenhaus grenzt mit 2,5 ha ein Landschaftspark mit altem Baumbestand, der zu Spaziergängen einlädt. Zur Mitsommer-Remise 2018 entführen wir den Besucher in die mit vielen historischen Bildern und Texten dokumentierte Geschichte Bobbins.

Geschichte

Helmuth Hartwig v. Blücher wurde geboren am 10. Januar 1745 in Sukow, † 1817 war der jüngste Sohn der neun Kinder des Ernst Ludwig v. Blücher auf Sukow und Pohnstorf und seiner Cousine Elisabeth Ölgard v. Blücher aus dem Hause Kittendorf. Er kaufte die drei Güter Wasdow, Bobbin und Quitzenow im ritterschaftlichen Amte Gnoien zum Preis von 45.650 Thaler. und empfing am 11. Februar 1780 die landesherrliche Bestätigung dieses Kaufes. Mit 72 Jahren verstarb Helmuth Hartwig v. Blücher am 12. April 1817 in Sukow. Nicht nur eine Witwe, 18 Kinder und zahlreiche Enkel trauerten um ihn, sondern in gleichem Maße seine Gutsinsassen, für deren materielles und geistiges Wohl er durch Stiftungen und gute Schulen Sorge getragen hatte.

Seinem Sohn Anton Friedrich v. Blücher, als neuntes Kind und zweiter Sohn der großen Kinderschar von Helmuth Hartwig v. Blücher am 30. Dezember 1775 geboren, übergab er im Jahre 1800 das fruchtbarste und wertvollste Gut: Bobbin. Am 30. September 1808 heiratete Anton Friedrich v. Blücher Caroline v. Schack, geb. am 23. Juli 1784, Tochter des Kammerherrn auf Wendorf aus dessen zweiter Ehe mit Margarete v. Pressentin aus dem Hause Prestin. In Caroline v. Schack fand Anton Friedrich eine Lebensgefährtin, die ihn mit vollem Verständnis und seltener geistiger Begabung bei allen seinen Unternehmungen unterstützte. In den Jahren 1822 bis 1825 konnte das Ehepaar daran denken, mit dem Neubau eines stattlichen Wohnhauses zu beginnen; Gutshaus Bobbin. Größere Garten- und Hofanlagen wurden geschaffen.

Als Anton Friedrich v. Blücher am 22. April 1844 verstarb, behielt seine Frau, Caroline v. Blücher, geb. v. Schack, ihren Wohnsitz in Bobbin, das ihr als Wittum überschrieben war. Für die Wintermonate pflegte sie jedoch meist nach Rostock überzusiedeln, wo sie in dem Hause des damaligen Kaufmann Sarkander an der Nordseite des neuen Marktes eine ständige Mietwohnung besaß. In einem Alter von 89 Jahren wurde Caroline v. Blücher am 24. November 1873 in Rostock heimgerufen. Die Beisetzung fand in der Kapelle des Friedhofs in Bobbin in der von ihr erbauten und von ihrem Ehemann seinerzeit entworfenen Kapelle neben weiteren bereits früher aus der Wasdower Kapelle dahin überführten Anton Friedrich und Carl Anton v. Blücher auf Quitzenow statt. Caroline v. Blücher hatte aus Angst vor dem Scheintod die Bestimmung getroffen, daß ihr Sarg vierzehn Tage lang nicht geschlossen und eine Wache dabeibleiben solle. Dieser Wunsch wurde erfüllt. Es wurde ein doppelter Sargdeckel angefertigt, der innere erhielt ein Fenster oberhalb des Gesichtes. Nach Ablauf der Zeit bildete dann der obere Deckel den Verschluß. Der Sarg zeichnete sich durch besondere Höhe von den anderen in der Kapelle aus.

Nach dem Tode seines Vaters Anton Friedrich v. Blücher übernahm Friedrich Helmut Carl Anton v. Blücher den Gesamtbesitzes als alleiniger männlicher Erbe. Um der Mutter, welcher als Witthum das Gut Bobbin vorbehalten war, näher zu sein, siedelte er mit seiner Familie 1845 nach Quitzenow über. Am 31. August 1870 im 62. Lebensjahre auf einer Rückfahrt von Bobbin trat ein sehr heftiger Herzkrampf ein, dem er nachmittags 3 Uhr durch einen Lungenschlag erlag. Seine Beisetzung erfolgte in der Kapelle zu Bobbin.

Friedrich v. Blücher wurde am 26.06.1847 in Quitzenow geboren. Er war der 4. Sohn von 10 Geschwistern der Eheleute Friedrich Helmut Carl Anton v. Blücher und Auguste v. Blücher geb. v. Rieben. Nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst als Landforstmeister übernahm er die Verwaltung seines Gutes Bobbin. Friedrich v. Blücher hatte keine männlichen Erben. So versuchte er, das Gut auf seine Tochter, Elisabeth von der Decken, geb. v. Blücher, bzw. seinen Schwiegersohn, Alverich Wilhelm Otto von der Decken, geboren 12.10.1868 in Bromberg, Königlich-preußischer Major und Batallionskommandeur im Infanterie-Regiment 64, gefallen am 20.09.1914, Folemprise bei Laon, Dept. Aisne, Frankreich, zu übertragen. Dies scheiterte. Die in Europa lebenden Lehnsvettern hatten zwar zugestimmt. Einige in Amerika lebende Verwandte waren jedoch nicht bereit, die Genehmigung zur Umwandlung von Lehen in freies Eigentum gegen Abfindung zu erteilen. Deshalb verkaufte Friedrich v. Blücher 1912 das Gut Bobbin für 1½ Millionen Goldmark an Carl Schmidt auf Wasdow.

Da Richard Schmidt, Sohn von Carl Schmidt, dem das Gut Bobbin übertragen werden sollte sich 1912 noch in der Ausbildung befand, wurde für die Gutsanlage Herr Thürkow als Verwalter eingestellt. Nach seiner Eheschließung im Jahre 1922 übernahm Richard Schmidt das Gut und bezog das Gutshaus Bobbin. Am 1. Mai 1945 wurde er vor dem Haus, im Fliedergang, von den Russen erschossen.

In den nachfolgenden Jahren bis 1947 befand sich die russische Kommandantur im Gutshaus, die das Haus dann an die Gemeinde übergeben hat.

Nun nahm die Geschichte den Verlauf vieler Gutshäuser: Im Gutshaus befanden sich im Kaufe der Jahre bis zur Wende der Konsum, ein Kindergarten, Veranstaltungsräume und Wohnungen. Auch über die Wende hinaus wurde das Haus zu Wohnzwecken genutzt. Der letzte Mieter zog im Jahr 2009 aus.

Nach 5 Jahren schwieriger Verhandlungen mit mehreren Besitzern gelangte das Gutshaus im Jahr 2003 in Privatbesitz, in welchem es sich bis heute befindet. Inzwischen in ruinösem Zustand wird das Gutshaus Bobbin bis heute von den neuen Besitzern behutsam saniert und die historischen Raumanordnungen wiederhergestellt. 57 bauzeitliche Fenster wurde saniert, 6 fehlende Fenster nach original Vorbild nachgebaut. 15 inzwischen vollständig fertiggestellte und historisch eingerichtete Räume wurden mit Lehm verputzt. Der Lehmputz wird aus recycelten Lehmsteinen gewonnen. Eine Deckenbemalung wurde rekonstruiert, eine Schattenrissbordüre restauriert. Zur Zeit wird eine bauzeitliche Deckenbemalung bearbeitet. Eine große Zahl an bauzeitlichen Innen- und Außentüren wurde restauriert.

Die Fertigstellung des Gesamtgebäudes ist für das Jahr 2025 geplant. Zur 200-Jahrfeier am 2. Sonntag im September 2025 werden alle Arbeiten fertiggestellt sein.