Gutshaus Ziethen2020-06-02T08:49:49+00:00

Gutshaus Ziethen

Programm
(Änderungen sind vorbehalten.)
11 | 14 Uhr

  • Besichtigung des Parks

15 Uhr

  • Klassisches Konzert

Gutshaus Ziethen

Dorfstraße 50

17390 Ziethen

Das Gut Ziethen nördlich von Anklam befand sich über 300 Jahre, bis 1779 im Besitz der Familie von Owstin. Vorbesitzer waren die Familien Buggenhagen und Lepel.

Nach 1779 wechselten die Besitzer in rascher Folge, bis 1858 Helmuth Graf von Schwerin das Gut erwarb. 1922 ließ Bernhard Graf von Schwerin das um 1818 erbaute Gutshaus anlässlich seiner Hochzeit umbauen und modernisieren. Er ließ einen Musiksaal anbauen und über der Eingangstür das Wappen der Familie von Schwerin mit den Jahreszahlen 1818 und 1922 anbringen. Auch der Park erfuhr eine Neugestaltung. Nach der Vertreibung der Familie von Schwerin 1945 bot das Gutshaus Flüchtlingen eine Bleibe, später erfuhr es die DDR-typischen Nutzungen, so als Konsum, Gaststätte, für die Kinderbetreuung, die Verwaltung der Gemeinde oder volkseigener Betriebe. Auch seit der politischen Wende wird das Gutshaus bewohnt, sind hier Büros eingerichtet, einige Räume dienen der Gemeinde. Der Landschaftspark ist sehr gepflegt, die Wirtschaftsgebäude des Gutes sind erhalten und werden teilweise genutzt.

Eine Fernverkehrsstraße trennt Gutshof und Park von der Kirche St. Marien, die 1257 geweiht wurde. Das älteste Ausstattungsstück ist ein Taufstein aus gotländischem Kalkstein aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Das frühere Rittergut galt von 1922 bis 1945 als landwirtschaftlich besonders fortschrittlich und war durch seine Rinder- und Milchviehhaltung bekannt. Eine große Rolle spielte die klassische Musik, da Bernhard Graf von Schwerin, Volljurist und Landwirt, zugleich auch als klassischer Klavierspieler bekannt war und herausragende Künstler nach Ziethen geholt hat. Nach der Wende 1990 bemüht sich Manfred Graf von Schwerin, an die Ziethener Tradition  seit 1922  anzuknüpfen. Seit 6 Jahren wird der „Ziethener Mai“ im Musiksaal des Gutshauses mit klassischen Konzerten und literaisch – musikalischen Events gefeiert. Auch am 20./21. Juli 2020 sind musikalische Treffen und Konzerte geplant, unter anderem ab 15 Uhr am 21. Juni. Im Programm ist Kammermusik sowie ein Auftritt der sogenannten „Ziethener Cellisten“, die inzwischen überregional bekannt sind.

Für das denkmalgeschützte Ensemble mit Gutshaus und Landschaftspark gibt es einen Entwicklungsplan, der auch die Gründung eines „Musikforums Vorpommern Wilhelm Kempff“ vorsieht, benannt nach dem weltweit bedeutenden Pianisten, der häufig in Ziethen musizierte.

Ein herausragendes „Unikat“ ist der 1921 errichtete historische Senkgarten, entstanden nach Plänen des berühmten Gartengestalters und Staudenzüchters  Karl Foerster aus Potsdam. Nach der Zerstörung in den SBZ/DDR Jahren, befindet sich die vor dem Musiksaal gelegene Gartenfläche seit 2018 im Wiederaufbau, der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz  und dem Vorpommern-Fond mit unterstützt wird. Bei den Ausgrabungen haben die Jugendbauhütten aus Wismar und Stralsund mitgewirkt. Der gemeinnützige Förderverein Peenetal e.V. (Vorsitzender Manfred Graf von Schwerin), engagiert sich besonders für die Erhaltung und Gestaltung des Denkmalschutzensembles mit dem historischen Senkgarten. Er hat auch ein sogenanntes „Mosaik-Konzept“ entwickelt, das die Zukunft des Ortes als eine Drehscheibe für Kultur und Tourismus der vorpommerschen Region sieht, mit Ausstrahlung auf die Dörfer Quilow, Menzlin, Stolpe, Karlsburg, Murchin, Lassaner-Winkel bis zum Peenestrom und das Umfeld der Stadt Anklam