Rittergut Pütnitz 2017-07-13T10:05:17+00:00

Rittergut Pütnitz

Rittergut Pütnitz

Pütnitzer Straße 16
18311 Ribnitz-Damgarten / Pütnitz
Telefon: 01575. 603 959 4

www.schloss-puetnitz.de

Das Gut Pütnitz wurde 1261 vom Domkapitel Ratzeburg dem Ritter Ekkehart von Dechow zum Lehn überschrieben und ist eines der ältesten in Pommern. Neben dem heutigen Gutshausstandort errichteten die von Dechows im 13. Jahrhundert eine mittelalter
liche Wasserburg als Grenzbefestigung. Nach der Verwüstung im Dreißig-jährigen Krieg wurde etwa 1730 auf dem Gut Pütnitz das erste Guts-haus als das spätere Verwalterhaus gebaut.1777 starb der letzte Nachfolger der Familie von Dechow. Caroline
von Dechows heiratete Christian Ernst von Zanthier und damit ging das Gut an die Familie von Zanthier über. Das heutige Gutshaus wurde 1836 errichtet und 1906 im Stil der Reformarchitektur umgebaut.

Gutshaus und Gutspark, seit 2010 im Besitz der Familie Nikolaus von der Luhe wurden in den Jahren 2011 und 2012 weitgehendst nach historischem Vorbild mit viel Liebe restauriert. Seit 2013 ist das Gutshaus und der kleine Park für Feiern und Events offen. Es sind 11 Ferienwohnungen im Haus, die übers ganze Jahr gemietet werden können.

Geschichte

Der Ort Pütnitz hat der Halbinsel Pütnitz, die sich in unmittelbarer Nähe auf 550 ha erstreckt, vor ca. 800 Jahren seinen Namen gegeben. Das Gut Pütnitz besteht seit 1261 und hat in 2011 mit einem großen Gutshoffest seinen 750 jährigen Geburtstag gefeiert.

Zum Gutshof gehörten bis 1945 große Stallungen und Scheunen, die nach und nach verfielen und uns heute nur noch das Gutshaus, das Verwalterhaus und ein Wirtschaftsgebäude erleben lassen.

Das Gutshaus besteht in der heutigen Grundform seit 1836. Das Gebäude selbst ist ein 2-geschossiger Backsteinbau, der auf Feldsteinenfundamenten steht. Das Haus ist 13-achsig und ruht unter einem Krüppelwalmdach mit einigen Schlepp- oder sog. Fledermausgauben. Die 2-flügelige Gutshaustür begrenzt oben ein Bogen mit einer Steinplatte, die das Wappen der Gutsfamilie von Zanthier ziert. Das Wappen datiert die Bauphasen des Gutshauses, so zum einen das Baujahr 1836 und das Umbaujahr 1906.

Das heute noch komplett in seiner ursprünglichen Baustruktur erhaltene Gutshaus wurde 1836 für Ernst von Zanthier gebaut und 1906 im Auftrag von Hans-Dietrich von Zanthier durch Professor Seidel aus Dresden umgebaut. Die Nähe zu Sachsen entstand durch die Gattin des Ernst-Dietrich von Zanthier, die aus Dresden stammte. Der Dresdner Architekt Seidel veränderte das klassizistische Gutshaus nur an der Hofseite und setze für die damalige Zeit neue Elemente des sog. Reformarchitektur-Stils ein. Durch diesen neuen Baustil kamen im Wesentlichen nur Baustoffe der Region (Backsteine), regionale Bauteilelemente (Türme) und Fachwerkerker an den Eckwänden des Hauses zum Einsatz.

An der Parkseite sind unwesentliche Veränderungen vorgenommen wurden. Die Terrassentreppe und der Balkon könnten einer Neugestaltung zugeführt worden sein. Der hofseitig betrachtete rechte Seitenflügel mit Terrasse ist ein Anbau an das Guthaus aus dem Jahre 1906. Ebenso die auf dem Dachfirst mittig angebrachte sog. Butterglocke, die ab 2012 wieder errichtet wurde, war ein Bauelement im Verlaufe des Umbaus.

Die Innenraumarchitektur umfasst noch fast alle Raumfunktionselemte aus der Bauzeit um 1836. So sind Türen, Türrahmen, Parkett, Fussbodenleisten, Fliesen, Treppen und Wandschmuckelemente erhalten. Dieser gute Erhaltungszustand ist der Dauerbewohnung seit 1836 geschuldet. Bis 1945 bewohnte das Gutshaus die Familie von Zanthier und nach dem Krieg waren es städtische Institutionen und Privatmieter, die eine weitere Bewohnbarkeit des in Stadtbesitz befindlichen Hauses bis zum Verkauf 2011 sicherten.

Am 31.01.2011 ist das Gutshaus mit Teilen des Gutsparkes an die Familie Nikolaus von der Lühe nach dem Kauf übergeben worden. Der neue Eigentümer rekonstruierte das Gutshaus nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und richtete 10 Ferienwohnungen hier ein. Der Schloßsaal für 60 Personen, das Kaminzimmer im Jagdzimmerstil für 25 Personen und die Terrasse sind nach anmeldung öffentlich erlebbar.

Das Landesdenkmalamt Mecklenburg-Vorpommern hat im Jahre 2009 auf Initiative des Pommerschen Geschichts- und Heimatvereins Damgarten eV eine Denkmalwertbegründung erstellt. In dieser Gutachtendokumentation wird für das Guthaus von einem historisch interessanten Beispiel für die Architektur eines vorpommerschen Gutshauses aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegangen. Gutshäuser dieser klassizistischen Bauart mit ausschließlich backsteinsichtigen Fassaden bilden in Mecklenburg-Vorpommern eine Ausnahme. Es war für die damalige Zeit üblich, die Gebäude zu verputzen. Der den Umbau prägende Reform- oder auch Heimatstil gibt dem ansonsten recht typischen Gebäude eine Individualität und eine besondere Gestaltungsqualität. Mit dem Gutshaus Pütnitz ist eine eigenständige Gutshausarchitektur entstanden, der in Mecklenburg-Vorpommern ein beispielhafter Charakter zukommt.

Das Gutshaus befindet sich besonders nach der Rekonstruktion in einem guten originalen Überlieferungszustand und einem befriedigendem Erhaltungszustand. Es ist für die Architekturgeschichte des Landes ein sehr wesentlicher Bau und daher auch von einem wissenschaftlichen Interesse.

Als städtebauliches und historisches Zentrum des Ortes Pütnitz ist das Gutshaus für die Dorfgeschichte und die Entwicklung der Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern bedeutend. Das Gutshaus ist ein sehr wesentliches Zeugnis sowohl für die Architektur als auch für die Geschichte der seit dem frühen Mittelalter in Pütnitz lebenden und arbeitenden Menschen.

Zum Gutshof gehört neben dem Gutshaus noch ein herrschaftlicher Gutspark mit alten ehrwürdigen 350 Jahre alten Platanen und einer Sichtachse über den Ribnitzer See /Saaler Bodden nach Ribnitz. Als kleines Nebengebäude aus alter Guthofzeit zählt das im klassizistischen Sil 1792 errichtete Erbbegräbnis der Familien von Dechow und von Zanthier im Gutspark. Der Gutspark wird gegenwärtig auch denkmalpflegerisch rekonstruirt und steht ab Sommer 2013 der Öffentlichkeit zur Verfügung.