Schloss Mirow 2018-05-17T09:03:29+00:00

Schloss Mirow

Programm

(Änderungen sind vorbehalten.)
10-20 Uhr geöffnet
Als Sonderprogrammpunkt ist das ECHY-Picknick „Zu Tisch“, das am 23.6.2018 bundesweit stattfindet, in Mirow zu nennen. Ein buntes Programm mit Musik und Unterhaltung für Kinder wird von 11-17 Uhr rund um das Schloss stattfinden.
Kostenfreier Eintritt ins Schlossmuseum mit dem MittsommerRemise-Ticket

Schloss Mirow

Schlossinsel 1
17252 Mirow
Telefon: 039833. 275 118 766 4

 

Schloss Mirow liegt auf einer malerischen Insel in der Mecklenburgischen Seenplatte. Wie in einem vergessenen Schatzkästchen verstecken sich hier Erinnerungen an skurrile Herzöge, mächtige Witwen und an Prinzessinnen, die zu Königinnen wurden. Die jüngste von ihnen, Prinzessin Charlotte, verbrachte am 17. August 1761 ihre letzte Nacht im kleinen Mirow. Am nächsten Tag verließ sie die Heimat für immer und brach auf, um Königin von Großbritannien zu werden.
Schloss Mirow überrascht mit seinen prachtvollen Raumausstattungen. Neben italienischem Stuck, zarten Streublumen, friderizianischem Rokoko und einer einmaligen, handgestickten Tapete sind viele weitere Kostbarkeiten zu entdecken. Der moderne Ausstellungsbereich berichtet mit spannenden Geschichten vom Schicksal des Schlosses und seiner Bewohner.

 

 

Geschichte

Mit einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1227 nahm der Orden der Johanniter die Ländereien um Mirow in seinen Besitz und baute diese bis ins 17. Jahrhundert hinein zu einer weiträumigen und wohlhabenden Komturei aus. Das Zentrum bildete eine (Halb-) Insel im Mirower See. Nach der Säkularisierung (1648) fiel der Ordensbesitz im Jahre 1701 an das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. In den folgenden Jahren etablierte sich auf der Schlossinsel eine fürstliche Hofhaltung rund um eine Mirower Linie des Mecklenburg-Strelitzer Herzogenhauses. Auch Sophie Charlotte, die spätere Königin von Großbritannien und Ehefrau von Georg III., wurde in Mirow geboren. Ab dem Jahr 1704 wurden die Angehörigen des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz in einer Familiengruft in der Johanniterkirche Mirow beigesetzt.

Mit dem Bau des Schlosses wurde 1709 unter der Bauleitung von Joachim Borchmann begonnen, nachdem sich die Herzoginwitwe Christiane Aemilie Anthonie für Mirow als Witwensitz entschieden hatte. Bereits 1712 war der Bau weitgehend vollendet. Aus dieser Zeit stammt der prachtvolle Festsaal im ersten Stock, dessen vollplastische Stuckaturen durch den italienischen Meister Giovanni Battista Clerici geschaffen wurden. Nach dem Tod der Bauherrin übernahm ihre ebenfalls verwitwete Schwiegertochter Elisabeth Albertine das Schloss und ließ es im Geschmack ihrer Zeit umbauen. Namhafte Künstler verwandelten es in ihrem Auftrage mit vergoldeten und versilberten Schnitzereien, seidenen oder bemalten Tapeten und feinen Stuckaturen in ein Kleinod des Rokoko. Obgleich mit ihrem Tode 1761 die ständige Hofhaltung in Mirow zu Ende ging und das Schloss seither verschieden genutzt wurde, hat sich wunderbarerweise viel von der Originalausstattung erhalten oder konnte auf der Grundlage historischer Befunde detailgenau rekonstruiert werden. So ist ein authentischer Raumeindruck auch heutigen Besuchern möglich.

Das Schlossensemble ist heute Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Während andere herzogliche Residenzen von Mecklenburg-Strelitz verloren oder ihrer Innenausstattung beraubt wurden, ist Mirow mit seinen qualitätvollen Kunstschätzen ein bedeutsames Zeugnis der Landeskultur.

Neben dem Kavalierhaus gehört auch die Remise zum Schlossensemble. Ihre Bauzeit ist nicht genau bekannt. Sie wurde als Scheune, Stall und Wagenremise genutzt und bietet heute Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Der ursprünglich barocke Garten wurde im 19. Jahrhundert im Stil eines englischen Landschaftsgarten überformt und in den letzten Jahren unter Einbeziehung der frühneuzeitlichen Wallanlage neu angelegt.

Den romantisch-tragischen Höhepunkt der Schlossinsel bildet die „Liebesinsel“ mit dem Grabmal des letzten Strelitzer Großherzogs Adolph Friedrichs VI. Sein Tod im Jahre 1918 war wie sein Leben von einem dunklen Geheimnis überschattet. Sein Grabmal, das er selbst entworfen hatte, setzt einen Schlusspunkt unter die Geschichte des regierenden Hauses Mecklenburg-Strelitz, das sein Bestehen bis zu diesem Zeitpunkt dem Mirower Familienzweig zu verdanken hatte.